Atemschutz

BUND ARBEITSSCHUTZ RATGEBER

Atemschutz

Atemschutz ist ein persönliches Schutzgerät, das vor Atem- und Hirnschäden durch kontaminierte Luft oder Sauerstoffmangel schützt.

Bei der Auswahl eines Atemschutzgerätes unterscheidet man zunächst drei Hauptgruppen:

  • Atemschutz-Filter: Entfernt Verunreinigungen in der Atemluft, schützt jedoch nicht vor Sauerstoffmangel.
  • Turbolader: Entfernt Verunreinigungen in der Atemluft, schützt aber nicht vor Sauerstoffmangel.
  • Frischluftversorgter Atemschutz: Schützt sowohl vor Luftverschmutzung als auch vor Sauerstoffmangel.

Eine falsche Wahl kann katastrophale Folgen haben!


ARTEN VON ATEMSCHUTZ

KURZZEITMASKE

Ein Atemschutz-Filter ist eine Einmalmaske für Nase und Mund. Besteht aus Filtermaterial, durch das die Ein- und Ausatemluft strömt. Um das Atmen zu erleichtern, kann die Maske mit einem Ausatemventil versehen sein.

Die Masken müssen mit der Filterklasse sowie einem R (wiederverwendbar) für Mehrwegmasken oder NR (nicht wiederverwendbar) für Einwegmasken gekennzeichnet sein.

Einige Masken sind z.B. mit FFP2D beschriftet. Durch die D-Kennzeichnung (Dolomit-Test) weist das Material eine besonders hohe Staubkapazität auf, so dass sich der Widerstand nur langsam erhöht. Masken mit D-Kennzeichnung sind mehrfach verwendbar.

  • Klasse P1 hat den geringsten Ausscheidungsgrad und schützt daher nur bedingt vor Staub (Feststoffpartikeln). Wenn der Filter nach EN 149: 2001 geprüft wird, schützt er sowohl vor festen Partikeln als auch vor flüssigen Aerosolen. Der Filter darf nicht verwendet werden, wenn der Schadstoffgrenzwert unter 5 mg / m3 liegt. Beispiele für Stäube, gegen die der Filter nicht schützt und die daher nicht verwendet werden dürfen, sind Asbestfasern und Quarzstaub.
  • Klasse P2 hat einen höheren Abscheidegrad und schützt daher stärker. Es kann gegen gesundheitsschädlichen und giftigen Staub, aber nicht gegen radioaktiven Staub, Bakterien und Viren eingesetzt werden. Diese Filter können allein gegen feste Partikel oder gegen feste Partikel und flüssige Aerosole schützen. Wenn der Filter nach EN 149: 2001 geprüft wird, schützt er sowohl vor festen Partikeln als auch vor flüssigen Aerosolen.
  • Klasse P3 hat den höchsten Ausscheidungsgrad und schützt als Klasse P2 auch vor radioaktivem Staub, Bakterien und Viren. Der Filter ist normalerweise sowohl gegen feste Partikel als auch gegen flüssige Aerosole geeignet. Wenn der Filter nach EN 149: 2001 geprüft wird, schützt er sowohl vor festen Partikeln als auch vor flüssigen Aerosolen.

HALBMASKE



Maske für Kinn, Mund und Nase. Die Maske ist mit einem Ein-/ und Ausatemventil ausgestattet und besitzt Anschlüsse zum Anbringen von Filtern. Die Masken können auch mit festen Filtern versehen sein und müssen mit der Filterklasse sowie einem R (=wiederverwendbar) für Mehrwegmasken oder NR (=nicht wiederverwendbar) für Einwegmasken gekennzeichnet sein.

Einige Masken sind z.B. mit FFP2D beschriftet. Durch die D-Kennzeichnung (Dolomit-Test) weist das Material eine besonders hohe Staubkapazität auf, so dass sich der Widerstand nur langsam erhöht.

Masken mit D-Kennzeichnung sind mehrfach verwendbar.


VOLLMASKE


Wie der Name schon sagt, bedeckt die Maske das gesamte Gesicht – Kinn, Mund, Nase und Augen. Die Maske ist mit einem Ein-/ und Ausatemventil und austauschbaren Filtern ausgestattet.

Vollmasken sind auch zur Verwendung mit externer Luftversorgung erhältlich.


TURBOLADER

Der Turbolader ist ein Filteratmungsgerät ausgestattet mit einer Turboeinheit, d.h. ein batteriebetriebener Motor, der durch einen oder mehrere Filter Luft in die Atemschutzmaske bläst.

Die Turbokontrolle wird mit Voll- oder Halbmaske, Haube oder einem festsitzenden Hauptteil kombiniert.


FRISCHLUFTVERSORGTER ATEMSCHUTZ

Der Atemschutz wird mit sauberer Luft versorgt, in der Regel von einem Kompressor, der die Luft durch ein Rohr- oder Schlauchsystem und eine Filtereinheit einbläst.

Die Ausrüstung wird mit einer Voll- oder Halbmaske, einer Haube oder einem eng anliegenden Hauptkörper kombiniert.



ATEMSCHUTZAUSWAHL

Bei der Auswahl eines Beatmungsgeräts ist Folgendes zu beachten:

  • Um welche Luftverschmutzung handelt es sich? – Staub, Dämpfe, Gase, Aerosole oder eine Kombination – und in welchen Konzentrationen?
  • Besteht die Gefahr eines Sauerstoffmangels? In vielen Brunnen, Tanks und anderen Behältern besteht die Gefahr des Sauerstoffmangels.

Welche Sicht- und Bewegungsfreiheit wünscht sich der Träger? 

Alle Masken schränken mehr oder weniger die Sicht ein und können daher das Risiko der Überwindung von Gefahren erhöhen.

Wie groß wird die Arbeitsbelastung sein? 

Wenn Sie schwere körperliche und stressige Arbeit ausführen, die zu schwerer Atmung führt, ist auf jeden Fall ein Turbo- oder Frischluft-Atemschutzgerät vorzuziehen.

Wie lange kann das Beatmungsgerät verwendet werden? 

Wenn Sie an einem Arbeitstag mehr als 3 Stunden mit Atemschutz arbeiten, muss die Luft entweder von einer Turbomaschine oder von einem Kompressor / einer Frischluftversorgung zugeführt werden.

Wann sollten Frischluft-Atemschutzgeräte ausgewählt werden?

  • wenn Sauerstoffmangel vorliegt – oder möglicherweise auftritt -, d.h. weniger als 17% Sauerstoffgehalt in der Atemluft.
  • wenn Luftverschmutzung in hohen Konzentrationen auftritt.
  • wenn die Zusammensetzung und / oder Konzentration der Luftverschmutzung unbekannt ist.
  • wenn es für diese Art von Verschmutzung keinen geeigneten / zugelassenen Filter gibt
  • wenn gesetzlich vorgeschrieben.

AUSWAHL DER ATEMSCHUTZ-FILTER

Atemschutzfilter können Partikel-, Gas- und Dampffilter oder eine Kombination davon sein.

Es ist wichtig zu beachten, dass Partikelfilter nicht vor Gasen und Dämpfen schützen und dass Gas- und Dampffilter nicht vor Partikeln schützen.

Die richtige Auswahl des Filters setzt voraus, dass man sich darüber im Klaren ist, gegen welche Art von Verschmutzung man sich schützen muss und ob die Verschmutzung in Partikelform oder als Gase und Dämpfe auftritt.

Gasfilter sind in Klassen und Typen unterteilt. Die Klasse gibt die Menge an Gasen und Dämpfen an, die der Filter absorbieren kann, und der Typ gibt an, welche Arten von Gasen der Filter absorbieren kann.

 Klasse 1kleine Filter-Kapazität | 0,1 vol. % (1000 ppm)
 Klasse 2mittlere Filter-Kapazität | 0,5 vol. % (5000 ppm)
 Klasse 3hohe Filter-Kapazität | 1,0 vol. % (10000 ppm)

 

Filtertyp A schützt vor Dämpfen aus organischen Lösungsmitteln mit einem Siedepunkt über 65 ° C, z. B. Testbenzin, Toluol, Xylol und Butylacetat. Ein Filter hat einen braunen Farbcode.

Der Filtertyp AX schützt vor Dämpfen aus organischen Lösungsmitteln mit einem Siedepunkt von / oder unter 65 ° C. Der Filtertyp AX ist nur in einer Klasse erhältlich. Die Filter sind Einwegfilter und müssen am selben Tag, an dem sie verwendet wurden, entsorgt werden. AX-Filter haben einen braunen Farbcode.

Filter Typ B schützt vor Gasen wie Chlor und Kohlenwasserstoffen. B-Filter haben einen grauen Farbcode.

Filtertyp E schützt vor Schwefeldioxid oder Gasen. E-Filter haben einen gelben Farb-code. Filtertyp

K schützt vor Ammoniak usw. K-Filter haben einen grünen Farbcode.

Es gibt Filter, die mehrere Typen A, B, E und K gleichzeitig abdecken. Filter für verschiedene Gase und Kombinationen von Partikeln und Gasen haben Farbcodes für jeden Typ.

Der Filtertyp Hg-P3 schützt vor Quecksilberdämpfen und vor Partikeln. Hg-P3 Filter haben einen rot / weißen Farbcode.

Der Filtertyp NO-P3 schützt vor nitrosen Gasen und vor Partikeln. NO-P3-Filter haben einen blau / weißen Farbcode. AT empfiehlt jedoch Druckluft.

Filtertyp Hg-P3 und NO-P3 sind nur in einer Klasse verfügbar.

Beachten Sie, dass Voll- und Halbmasken mit einigen sehr dünnen Gummimembranen ausgestattet sind.

Damit die Maske dicht ist und richtig funktioniert, ist es wichtig, dass die Membranen intakt sind. Es ist daher notwendig, dies regelmäßig zu überprüfen und defekte Membranen auszutauschen.


ATEMSCHUTZNORMEN

 Norm EN 136 / AC: 2004 Vollmasken
 Norm EN 140 / AC: 2000 Halbmasken
 Norm EN 143 / A1: 2006 Teilchen
 Norm EN 149 / A1: 2009 Filterung von Gesichtsmasken gegen Partikel
 Norm EN 405 / A1: 2009 Filterung von Gesichtsmasken gegen Gase / Partikel
 Norm EN 12941 / A2: 2008 Atemschutz, motorisiert mit Helm / Mütze
 Norm EN 12942 / A2: 2008 Atemschutzgerät mit Turbolader
 Norm EN 14387 / A1: 2008 Gasfilter und Kombifilter
 Norm EN 14594: 2005 Drucklufthaube / Visier